Neue Perspektiven – Kooperation mit dem Finanzplatz Moskau

Der Finanzplatz Frankfurt unterstützt die Stadt Moskau darin, ihre Position als zentraler Finanzplatz in Osteuropa und darüber hinaus als internationales Finanzzentrum auszubauen. Den Auftakt dieser intensiven Kooperation der beiden Finanzplätze bildete ein gemeinsamer Round Table in der Landesbank Hessen-Thüringen im Dezember 2008, bei dem die Vertreter beider Seiten ein Abkommen unterzeichneten, welches die Themenfelder der Kooperation skizzierte. Von der Kooperation erhoffen sich beide Städte wertvolle Vorteile im internationalen Standortwettbewerb.
Während der folgenden Finanzplatztage im Juni 2009 in Moskau und im Dezember 2009 in Franfurt am Main wurde im nächsten Schritt ein konkretes Arbeitsprogramm entwickelt. Die Dimensionen und Perspektiven der Zusammenarbeit sind nun klar umrissen.
Auf dem Finanzplatztag am 8. Dezember 2009 sprach RheinMainTV mit Lutz Raettig, dem Präsidiumssprecher von Frankfurt Main Finance, sowie mit Sergey B. Pakhomov, dem Vorsitzenden des State Debt Committee der Stadt Moskau:
Bereits auf eine langjährige Geschichte blickt die Zusammenarbeit der Finanzplätze Frankfurt und Moskau im Bereich der Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung zurück. Mit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens, dem "Memorandum of Understanding", wurde diese im Dezember 2008 um eine neue und vielversprechende Perspektive erweitert.
Das Memorandum of Understanding
Darin wurde vereinbart, dass der Finanzplatz Frankfurt Moskau beim angestrebten Ausbau zu einem internationalen Finanzzentrum unterstützen wird. Neben einer Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit steht vor allem der wissenschaftliche Austausch zu finanzmarktbezogenen Themen im Vordergrund. Ein gemeinsamer Round Table in der Landesbank Hessen-Thüringen identifizierte dazu die Themenfelder der gemeinsamen Arbeit, die im Abkommen festgehalten wurden.
Als Vertreter Frankfurts unterzeichneten Volker Hoff, der damalige Hessische Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Uwe Becker, Kämmerer der Stadt Frankfurt am Main, sowie Dr. Lutz Raettig, Sprecher des Präsidiums von Frankfurt Main Finance. Für die Zusammenarbeit von Seiten Moskaus unterzeichneten Juri Rosljak, stellvertretender Bürgermeister, Sergey Pakhomov, der Vorsitzende des State Debt Committee der Stadt Moskau, sowie Mikhail Kalinushkin, Generaldirektor der Financial Agency.

Die Unterzeichnung des "Memorandum of Understanding": (v.l.n.r.) Mikhail Kalinushkin (Generaldirektor Financial Agency), Juri Rosljak (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Moskau), Sergey Pakhomov (Vorsitzender des State Debt Committee der Stadt Moskau), Volker Hoff (damaliger Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten), Dr. Lutz Raettig (Sprecher des Präsidiums Frankfurt Main Finance), Uwe Becker (Kämmerer der Stadt Frankfurt am Main).
Moskau ist Partner
Der Finanzplatz Moskau besitzt als Wirtschafts- und Finanzstandort eine hohe Attraktivität für westliche Unternehmen und Institutionen. Innerhalb von Osteuropa bildet er das größte Finanzzentrum. Fragen des Risikomanagements sowie des rechtlichen und organisatorischen Rahmens spielen ebenso eine wichtige Rolle wie Fragen der Regulierung und Aufsicht in der Zusammenarbeit der Finanzplätze.
Langjährige Kooperation der Hochschulen
Diese Zusammenarbeit setzt auf eine langjährige Kooperation der Frankfurt School of Finance and Management mit der Federal State Educational Institution of Higher Education "Finance Academy under the Government of the Russian Federation" (Moscow, Russia) auf. Deren Kern bildet ein gemeinsamer, berufsbegleitender MBA in Finance, der im Herbst 2007 erstmalig startete. Dieser Studiengang richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus der Finanzwirtschaft in Russland, die ihre Managementkompetenzen gezielt für eine Karriere in der Finanzwirtschaft entwickeln wollen. Die Lehrveranstaltungen finden in Moskau statt und werden durch eine Business Week am Finanzplatz Frankfurt ergänzt.
Ein erstes Projekt mit Leuchtturmcharakter in der Zusammenarbeit der Finanzplätze schließt dort an und betrifft das Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM), das auf Seiten Moskaus als Vorbild für ein eigenes Risikomanagement-Institut dient. Neben einem Know-how-Transfer ist hier auch ein dauerhafter Austausch von Referenten und Studierenden geplant. Die Herausforderungen in den Themenfeldern Risikomanagement und Regulierung bedeuten nicht nur für Moskau einen internationalen Wettbewerbsfaktor. Als zentrale Koordinierungsstelle fungiert Frankfurt Main Finance, das mit der inhaltlichen wie organisatorischen Vorbereitung des Round Table sowie der Moskauer Konferenz die Initiative für die Kooperation der beiden Finanzplätze startete.


