Helaba Finanzplatz-Studie 2009

Jede Krise birgt Chancen – Finanzplatz Frankfurt im Vergleich

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat im April 2009 ihre dritte große Finanzplatzstudie vorgestellt. Nach den Publikationen der Jahre 2006 und 2008 beleuchtet die diesjährige Studie die Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise auf den deutschen Bankenstandort: Der Finanzplatz Frankfurt wird durch die Krise weniger belastet als London und hat somit die Chance, sich noch besser in der Finanzwelt zu positionieren.

„Die Finanzmarktkrise hat einen tiefgreifenden Veränderungsprozess in der weltweiten Bankenlandschaft angestoßen. Ausgehend vom US-Hypothekenmarkt als ursprünglichem Epizentrum hat sich die Krise in der globalisierten Finanz- und Realwirtschaft ausgebreitet. Der sich nun vollziehende Anpassungsprozess wird vermutlich mehrere Jahre andauern. Das Vertrauen auf den Finanzmärkten muss nachhaltig wiederhergestellt werden“, erläuterte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin und Leitung Research der Helaba, anlässlich der Präsentation der Studie in Frankfurt. „Die Bankenwelt befindet sich im Wandel: Geschäftsmodelle und vormals boomende Marktsegmente – strukturierte Wertpapiere bzw. Verbriefungen – stehen auf dem Prüfstand. Es findet sowohl im Wholesale- als auch im Retail-Geschäft eine Rückbesinnung auf Kernkompetenzen statt.“

Zunehmende Konzentration auf Frankfurt
Die Chancen auf eine mittelfristige Besserung der Lage am Bankenplatz Deutschland bewertet die Studie als vergleichsweise gut, obschon der von der globalen Krise angestoßene Anpassungsprozess auch hier seine Spuren hinterlassen wird. „Schließlich vollzieht sich an den Finanzplätzen weltweit eine Rückführung der Überkapazitäten und eine verstärkte Refokussierung auf den Heimatmarkt“, so Traud. Allerdings dürfte der seit Jahren zu beobachtende Trend, dass sich die deutsche Bankbeschäftigung verstärkt in der Main-Metropole konzentriert, durch die Krise noch stärker akzentuiert werden. So wächst Frankfurt in seiner Rolle als zentraler deutscher Finanzplatz, was sich letztlich positiv auf seine internationale Wettbewerbsfähigkeit auswirken kann.

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