Konzeption und Zielsetzung

Das Finanzplatzbarometer wurde von Professor Dr. Paul G. Schmidt, der eine Professur für Volkswirtschaftslehre an der Frankfurt School of Finance & Management innehat, konzipiert und entwickelt. Es soll wichtige Faktoren, die das Geschehen am führenden kontinentaleuropäischen Finanzplatz bestimmen, wissenschaftlich fundiert, kompakt und anschaulich dokumentieren. Das Indikatorensystem ist Teil der Initiative der hessischen Landesregierung zur Förderung des Finanzplatz-Monitorings. Seine Entwicklung und Publikation wurde und wird daher vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung finanziell gefördert. Damit sollen der staatlichen Wirtschaftspolitik und der kommunalen Standortförderung zusätzliche Entscheidungshilfen für ein noch effektiveres Finanzplatzmarketing geliefert werden. Frankfurt Main Finance wird diese Erkenntnisse nutzen, um das Kompetenzprofil Frankfurts künftig noch effektiver zu vermarkten.

Fokus

Der Fokus des Finanzplatzbarometers liegt entsprechend auf dem Finanzplatz Frankfurt/Main in einer vergleichsweise breiten regionalen Abgrenzung, nicht auf anderen deutschen und europäischen Finanzzentren oder internationalen Vergleichen. Zu diesem Zweck werden in erster Linie quantitative, also „harte“ statistische Daten berücksichtigt, die sich auf die Rhein-Main-Region beziehen. Nur sofern keine entsprechenden regional abgrenzbaren Daten vorliegen, wird auf Statistiken für Deutschland oder auf Informationen für das Bundesland Hessen zurückgegriffen, für die angenommen werden kann, dass sie auch für den Wirtschaftsstandort Rhein-Main relevant sind.

Konstruktion

Das Indikatorensystem der Frankfurt School verdichtet eine Vielzahl von „harten“ statistischen Daten aus ganz unterschiedlichen Bereichen des Finanzplatzgeschehens zu einem "composite index". Dabei werden die verfügbaren finanzplatzrelevanten Informationen jeweils einer von fünf Dimensionen zugeordnet, die die wissenschaftliche Forschung als besonders bedeutsam für die langfristig erfolgreiche Entwicklung eines Finanzplatzes erkannt hat: den allgemeinen wirtschaftlichen und politisch-institutionellen Standortbedingungen, dem Produktionsfaktor Bildung und Beschäftigung, dem Grad der Internationalisierung der regionalen Finanzmärkte, der Performance des Finanzsektors und der Stabilität des Bankensystems am Finanzplatz. Alle fünf genannten Dimensionen des Finanzplatzgeschehens gehen mit demselben Gewicht von 20 Prozent in den Gesamtindikator ein, da keine objektivierbaren Gründe vorliegen, die eine oder andere Dimension über- oder unterzugewichten.


Zusammensetzung des Finanzplatzbarometers

Statistische Berechnung

Da diese fünf Dimensionen eines erfolgreichen Finanzplatzes allerdings nicht unmittelbar messbar sind, werden zur Abschätzung der Dynamik des Finanzzentrums insgesamt 25 spezielle, direkt beobachtbare statistische Indikatoren herangezogen, die gleichsam als empirisch messbare „Repräsentanten“ der interessierenden Entwicklungen angesehen werden können. Sie werden von der Frankfurt School teils selbst berechnet und erhoben, teils von statistischen Ämtern, Finanzinstituten, Deutscher Bundesbank, Verbänden und anderen Datenlieferanten zur Verfügung gestellt. Die Werte der Teilindikatoren, die die fünf Dimensionen des Finanzplatzgeschehens abbilden, ergeben sich dabei als arithmetisches Mittel der Zeitreihendaten die für die betreffende Dimension jeweils herangezogen werden.

Sämtliche nominalen Größen werden preisbereinigt, also mit dem Preisindex des deutschen Bruttoinlandsprodukts deflationiert, um potenziell verzerrende Effekte durch schwankende Inflationsraten zu vermeiden. Fast alle Zeitreihen gehen mit ihren kontemporären Werten in das Indikatorsystem ein. Lediglich die Beschäftigungsdaten, die nur mit großer zeitlicher Verzögerung von der amtlichen Statistik bereitgestellt werden können, gehen um zwei Quartale verzögert in die Analyse ein. Zeitreihen, für die börsentägliche Notierungen oder Monatsdaten vorliegen, werden in durchschnittliche Quartalswerte umgerechnet.
Alle Dimensionen und Einzelindikatoren haben einen Startwert von 100 im ersten Quartal 2004. Die nachfolgenden Indikatorwerte beziehen sich stets auf den Wert dieses Quartals. Liegen die Werte des Finanzplatzbarometers und die Indikatoren der Dimensionen des Finanzplatzgeschehens über 100, signalisiert dies eine Verbesserung der Position des Finanzplatzes gegenüber dem Ausgangsquartal. Ein Wert von unter 100 bedeutet entsprechend eine Verschlechterung gegenüber dem Startquartal. Insgesamt können das Finanzplatzbarometer und alle Teilindikatoren somit beliebige Werte annehmen, ihr Wertebereich ist nicht nach oben oder unten begrenzt.

Die Berechnung aller Indikatorwerte wurde rückwirkend ab dem Jahresbeginn 2004 vorgenommen, so dass sich die Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt mit Hilfe des Finanzplatzbarometers anschaulich über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten und beurteilen lässt.

Revision von Daten

Bedingt durch rückwirkende Änderungen in einigen statistischen Zeitreihen, die Streichung eines bis Ende 2008 noch verwendeten Indikators, die Aufnahme von zwei weiteren Zeitreihen im Herbst 2009 sowie die rückwirkende Revision einiger statistischer Daten, weichen einige Indikatorwerte geringfügig von früher publizierten Zahlen ab.

Danksagung

Der Autor dankt allen an diesem Projekt Beteiligten, Förderern und Unterstützern, ganz besonders dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie dem Verein Frankfurt Main Finance. Dank gilt auch meinem ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter, Herrn Dr. Manuel Rupprecht (jetzt Deutsche Bundesbank), der mich bei der Entwicklung dieses Indikatorsystems in hervorragender Weise unterstützt hat.

Redaktion
Mago Konopnicka
Fabian Gehlhaar
Economics Department
Frankfurt School of Finance & Management
Sonnemannstr. 9-11
D-60314 Frankfurt/Main
Germany
Phone +49-(0)69-154008-770
Fax +49-(0)69-154008-4770
E-Mail: m.konopnicka@fs.de
Website www.fs.de

Projektleitung
Prof. Dr. Paul G. Schmidt
Professor of Economics
Head of Economics Department
Frankfurt School of Finance & Management
Sonnemannstr. 9-11
D-60314 Frankfurt/Main
Germany
E-Mail: p.schmidt@fs.de
Website www.fs.de
 

Finanzplatzbarometer

Ansprechpartner

Prof. Dr. Paul G. Schmidt
Professor of Economics
Head of Economics Department
Frankfurt School of Finance & Management
Sonnemannstr. 9-11
D-60314 Frankfurt/Main
Germany

Tel.:  +49 (0) 69 154008 - 770
Fax:  +49 (0) 69 154008 - 4770

p.schmidt@fs.de
www.fs.de

 

Seitenaktionen

Bookmark

EmpfehlenDrucken